Die große Modefotografie Deutschlands kam in die südlichste Gemeinde: Vom 26. bis 30. Juni lockte der 7. Oberstdorfer Fotogipfel international renommierte Fotografen und Interessenten unter dem Festivalmotto „Mode“ zu Europas höchstem Fotofestival.
Zahlreiche Ausstellungen, unter anderem vom Schirmherrn und Modefotografen Joachim Baldauf, präsentierten inspirierende Facetten der Modefotografie an ungewöhnlichen Orten wie dem Gipfel des Nebelhorns.
Die mehr als 20 international renommierten Fotografen, die mit ihren Ausstellungen zum 7. Oberstdorfer Fotogipfel beitragen, veranstalten normalerweise Fashion-Shootings in den Modemetropolen oder reisen um die Welt, um außergewöhnliche Augenblicke mit ihrer Kamera festzuhalten. Während des Fotogipfels zeigen sie die Highlights ihrer Werke auf eindrucksvollen Großformaten. Eine besonders imposante Bühne ist dabei der Gipfel des Nebelhorns mit über 2200 Metern Höhe, auf dem der Schirmherr des diesjährigen Fotogipfels und gebürtige Allgäuer Joachim Baldauf die Bilderreihe „High Fashion“ zeigt. Die Wandelhalle des Kurparks wurde durch die „Photographien“ von Kristian Schuller geschmückt, der regelmäßig für die Größen der Modebranche fotografiert und aus der TV-Sendung „Germany’s Next Topmodel“ bekannt ist. Ein weiteres Highlight waren Esther Haases übergroße Fotografien vor dem CEWE-Haus der Fotografie. Ihre Reihe „Esther’s World“ zeigt ihren selbsternannten „Tanz“ mit der Fotografie und den Genres Mode, Porträt und Reportage. In der Olympus-Galerie der Villa Jauss stellte Ralph Man die Menschen und ihre Individualität ins Zentrum seiner Fotografien, unter dem Namen „Modus Mode oder wie ‚Man‘ die Schönheit sieht“.

Zu den weiteren Höhepunkten zählte das Mixed-Media-Projekt von Mike Kraus, der mit „Black Cats“ die Grenzen zwischen Fotografie und Malerei subtil verschwimmen lässt. Der preisgekrönte rumänische Fotograf Horia Manolache zeigte eindrucksvolle Bilder der Verwandlungen von Obdachlosen aus San Francisco, die für das Projekt „Kleider machen Leute“ in die Kleidung ihres Traumberufs schlüpfen konnten, und gab einen Denkanstoß, wie die äußere Erscheinung eines Menschen gewertet wird. Eine Reise in die Vergangenheit der Modefotografie und einen kulturhistorischen Einblick in die 50er-Jahre zeigten die Fotopioniere Heimhuber mit der Ausstellung „Damals in Mode“.
Neben dem Besuch der Ausstellungen konnten Interessierte auch an vielfältigen Workshops zu spezifischen Themen teilnehmen, eigene Werke kreieren und lernen, was es mit Belichtungsdauer, Bildbearbeitung und Fotodruck auf sich hat. Gemäß des Mottos „Mode“ waren einige Workshops auf Modefotografie oder Make-up für Fotoshootings ausgerichtet. Darüber hinaus wurden Workshops in den Bereichen Natur- und Tierfotografie oder Fotografieren mit Drohnen angeboten. Ein Porträtkurs erklärte, wie Fotos von Menschen am besten gelingen, Ausstellungsführungen mit anschließenden Live-Shootings mit den Fotografen bieten persönliche Einblicke und Fotowanderungen in der umliegenden Alpenlandschaft lehren, die Schönheit der Natur mit der Kamera einzufangen.


Unser Fazit: Wenn wir heute auf den Fotogipfel von 2019 zurückblicken, hat sich seitdem einiges getan. Aus dem damaligen Fotogipfel ist ein noch vielfältigeres Erlebnisfestival geworden. Mehr Ausstellungen, mehr Workshops und neue Formate machen das Festival heute zu einem festen Treffpunkt für Fotobegeisterte.
Und trotzdem kommt uns vieles bekannt vor: die besonderen Ausstellungsorte, die Verbindung von Fotografie und Bergwelt, der Austausch mit Fotografinnen und Fotografen und natürlich das Nebelhorn als außergewöhnliche Bühne für große Bilder.
Die Begeisterung für Fotografie und die besondere Atmosphäre in Oberstdorf sind geblieben. Schaut gerne auch mal bei einem Fotogipfel vorbei - wir freuen uns auf Dich!